Polizei und Sicherheit der BevölkerungPolizei und Sicherheit der Bevölkerung

  • Im Jahr 2020 wurden 3 108 verdächtige Personen von der Föderalen Kriminalpolizei wegen ihrer angeblichen Beteiligung an verschiedenen Kriminalitätsphänomenen festgenommen.
  • Das Fugitive Active Search Team (FAST) fand und nahm 58 flüchtige Kriminelle fest.
  • Mit insgesamt 19 000 Einzelbesuchern erfuhr die Konsultation des Informations- und Fahndungsregisters einen sprunghaften Anstieg. Dieses Suchwerkzeug ermöglichte die Identifizierung von über 900 Tätern!


Bekämpfung von Kriminalitätsphänomenen

Ermittlungskapazität pro Phänomen

Phänomene 2018 2019 2020
Ecofin 13,50% 23,00% 21,5%
Drogen 12,00% 17,00% 17,5%
Gewalt 10,00% 16,00% 15%
Diebstähle 5,50% 14,00% 12%
Terrrorismus 9,00% 10,00% 7%
Menschenhandel/-schmuggel 7,00% 8,00% 7%
Andere 43% 12% 20%
Gesamtzahl 100% 100% 100%

Festnahmen*

Phänomene 2018 2019 2020
Drogen 751 906 881
Diebstähle 418 772 624
Ecofin 235 387 352
Gewalt - Mord und Totschlag 223 451 441
Menschenhandel/-schmuggel 171 265 235
Unbekannt (nicht mit einem Phänomen verbunden) 1 497 176 236
Terrrorismus 112 98 62
Fälschung / 82 41
Sonderfälle / 21 19
Umwelt / 10 /
Betrug mit Arzneimitteln (und Nahrungsergänzungsmitteln) / 8 /
IKT / / 26
Andere / 88 60
Gesamtzahl 3 407 3 264 3 108

* Eine ‚Festnahme‘ betrifft hier jede gerichtliche Freiheitsberaubung einer Person, die aufgrund des Salduz-Gesetzes (4. Kategorie) als verdächtige Person identifiziert wird.

Geldwäschefälle

Geldwäsche ist ein spezifischer Teil des Ecofin-Phänomens. Das Geldwäschedelikt ist die Verheimlichung oder die Verschleierung der Bewegung der (finanziellen) Erträge aus einer in Belgien oder im Ausland begangenen kriminellen Aktivität (Haupttat) und/oder die Verschleierung der illegalen Herkunft von Vermögensvorteilen/Erträgen.

Geldwäschefälle
Laufende Geldwäscheermittlungen

FAST, eine Sondereinheit bei der Suche nach flüchtigen Kriminellen

Seit 2019 erlaubt ein neues Gesetz (verkündet am 5. Mai desselben Jahres) den Rückgriff auf zusätzliche besondere Ermittlungsmethoden (MPR) und auf weitere Ermittlungstechniken, um nach Flüchtenden zu fahnden.

2020 wurden 294 flüchtige Kriminelle festgenommen, eine Zahl, die mehr oder weniger der von 2019 entspricht (314). Neunzig wurden in Belgien festgenommen, darunter 58 durch das FAST (Fugitive Active Search Team) selbst (das bedeutet einen Anstieg von 38 % im Vergleich zu 2019).

294 flüchtige Kriminelle festgenommen
Flüchtige Kriminelle festgenommen

Einige bemerkenswerte Zahlen und Fakten:

  • Der Dienst erhielt eine Verstärkung durch fünf neue Kollegen, wodurch der Personalbestand auf sechzehn Personen angewachsen ist;
  • 554 Akten wurden geöffnet, darunter wurden 148 (26 %) im selben Jahr geschlossen;
  • Rund 1 900 Akten bleiben auf Ebene des FAST geöffnet;
  • In der Woche, in der die Liste der Sexualverbrecher veröffentlicht wurde, konnte der Most Wanted EU 2020 von Luxemburg festgenommen werden!

Success story

Ein Flüchtender dank einer guten Zusammenarbeit festgenommen

Oualid Sekkaki, ein gefährlicher Bewaffneter, brach am 19. Dezember 2019 aus dem Gefängnis in Turnhout aus, wo er eine Strafe wegen einer Schießerei im Sommer 2015 verbüßt hatte. Der Betroffene nutzte einen Spaziergang am Abend aus, um über eine sechs Meter hohe Mauer der Vollzugsanstalt zu klettern. Alle Mittel wurden eingesetzt, um ihn zu finden. Die neuen Ermittlungsmöglichkeiten – weitreichender – konnten zum ersten Mal angewendet werden. Dies führte am 3. September 2020 zur Festnahme des Flüchtenden durch die Föderale Straßenpolizei von Lummen.


Fahndung und Ausschreibung

Fahndung und Ausschreibung

Fahndungsmeldungen in den Medien: ein Mehrwert

396 Fahndungsmeldungen in den Medien
Fahndungsmeldungen in den Medien
2018 2019 2020
Anzahl Fahndungsmeldungen 418 444 396
Aufklärungsgrad 60% 69% 72%


Der Aufklärungsgrad betont den Mehrwert von Fahndungsmeldungen und Zeugenaufrufen in den Medien.

  • 24 Fälle (35%) sind aufgeklärt oder führten zu konkreten Informationen dank der Fernsehsendung FAROEK, die 69 Reportagen drehte;
  • 22 Crimeclips wurden realisiert, von denen 7 zur Identifizierung der Täter führten.

Success story

Festnahme des „Fußmannes“

Eine Reportage von FAROEK ermöglichte die Festnahme eines Fußfetischisten, auch „Fußmann“ genannt, der seit 2006 im Viertel Overpoort, in Gent sein Unwesen trieb. Seit Jahren folgte der Mann jungen Mädchen bis zu ihren Studentenwohnungen, in der Hoffnung, an ihren Füßen riechen zu dürfen. Nach der Reportage führte ein Tipp zur Identifizierung des Täters, der die Taten bei Ende seiner Vernehmung gestand.



Rekordanzahl der Konsultationen für das Informations- und Fahndungsregister

Das Informations- und Fahndungsregister (IFR) zur Vereinfachung der Identifizierung von Tätern wendet sich an alle Personalmitglieder der Integrierten Polizei, insbesondere an die Polizeibeamten auf dem Gelände. Anhand einer geschützten SharePoint-Seite können diese die Fahndungsmeldungen egal wo, egal wann und egal von welchem Gerät aus einsehen (PC, Notebook, Smartphone...) und auch unmittelbar reagieren.

2020 verzeichnete das IFR einen sprunghaften Anstieg von 83% und durchschnittlich 19 000 Einzelbesucher. Das IFR ermöglichte die Identifizierung von insgesamt mehr als 900 Tätern (Anstieg von 8% im Vergleich zu 2019).



Schutz- und Sicherungsaufgaben

Schutzaufgaben

Allgemeiner Art ist die Zahl der im letzten Jahr durch die Direktion Schutz (DAP) durchgeführten Aufträge deutlich gesunken, dies aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Der Rückgang der Anzahl Eskorten der Belgischen Nationalbank (BNB) erklärt sich durch die Schließung der dezentralisierten Filialen sowie der Druckerei.

VIP-Schutz:  2 480 Aufgaben, davon 83 im Ausland.
VIP-Schutz*, davon 83 im Ausland 2020, 282 2019 und 105 2018.
Überführungen gefährlicher Gefangener*: 151
Überführungen gefährlicher Gefangener***
Werttransportbegleitungen Inter-/Intracity: 708
Werttransportbegleitungen Inter-/Intracity ****
Begleitungen Belgische Nationalbank (BNB): 15
Begleitungen Belgische Nationalbank (BNB)
Andere Transporte (Diamanten, Kunstwerke und Kernmaterial): 15
Andere Transporte (Diamanten, Kunstwerke und Kernmaterial)

* 1 Aufgabe = Schutz eines VIPs pro Tag. Rückgang von 55% der Besuche der ausländischen Delegationen und 70% der Fahrten ins Ausland weniger.
** Dieser starke Anstieg ist auf den dauerhaften Schutz von zwei zusätzlichen VIPs zurückzuführen, die häufig reisen und diesen Schutz auch bei ihren Auslandsreisen erhalten.
*** 1 Aufgabe = Überführung eines Gefangenen pro Tag.
**** 1 Begleitung = Schutz eines Transportwagens pro Tag.

Success story

Eine flexibler Einsatz für die Schutzaufträge während des Europäischen Gipfeltreffens

Im Rahmen des Europäischen Gipfeltreffens im Juli 2020 wurden mehrere Einheiten der Direktion Schutz (DAP) eingesetzt, um den Schutz von gewissen VIP-Personen, insbesondere des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu gewährleisten.
Zwei Schutzeinheiten wurden für jede der beiden Personen abgeordnet. Sophie Wilmès, unsere ehemalige Premierministerin, die einige Tage am Gipfeltreffen teilnahm, wurde ebenso von einer Einheit der DAP begleitet.

Zunächst sollte das Europäische Gipfeltreffen zwei Tage dauern. Aufgrund der schwierigen Verhandlungen haben die Einheiten der DAP jedoch beinahe sechs Tage ohne Unterbrechung gearbeitet. Dank ihrer Professionalität, ihrer Motivation und ihres Engagements konnten die Aufträge reibungslos ausgeführt werden.

Eine flexibler Einsatz für die Schutzaufträge während des Europäischen Gipfeltreffens


Die Direktion der Sicherung treibt ihre Entwicklung voran

Die Direktion der Sicherung (DAB) vergrößert sich und setzt sich im polizeilichen Landschaftsbild immer mehr durch. Die DAB, die 2019 988 Personalmitglieder zählte, verzeichnete Ende 2020 einen Anstieg ihres Personalbestands auf 1 173 Personen. Sie gewährleistet unter anderem die Polizeigewalt in Gerichtshöfen und Gerichten sowie die Sicherung an Nuklearstandorten und kritischen Infrastrukturen.

2020 führte die DAB 37 419 Beförderungen von volljährigen Strafgefangenen durch und 1 552 Beförderungen von minderjährigen Gefangenen.

Success story

In Beton gegossen

Das Jahr 2020 stand in Bezug auf die Nuklearzentrale Tihange im Zeichen von zwei großen Betonnierungsarbeiten. Vom 28. und 29. August 2020, sowie vom 27. und 28. November 2020, wurden mehr als 2 500 m3 Beton in einem Mal und über einen Zeitraum von 20 Stunden gegossen. Diese Einsätze erforderten die Begleitung durch die DAB Tihange, die dekonzentrierten Koordinations- und Unterstützungsdirektionen (KUD) Lüttich und Namur, die Einheiten der Föderalen Straßenpolizei (WPR) Lüttich sowie durch vier weitere Polizeizonen.

DAB Tihange in einigen Zahlen im Jahr 2020:

  • 188 Informationsnoten in ISLP gerechtfertigt durch die Identifizierung von Personen bei Einsätzen;
  • 28 Protokolle Verkehr;
  • 2 Protokolle Verkehrsunfälle;
  • 21 gerichtliche Protokolle.


Success story

Gute Partner am Nationalflughafen

Am Flughafen Brüssel-National haben die verschiedenen Entitäten der Föderalen Polizei ihre Partnerschaften fortgeführt, trotz einer ins Stocken geratenen Aktivität durch das Verbot von Reisen nicht-essenzieller Art. 2020 verursachte die Sicherung der Flüge der Airline El Al Israël Airlines, die erhöhte Sicherheitskräfte beanspruchte, rund 311 Stunden und 40 Minuten Arbeitslast für die Einheiten der Direktion der Sicherung, in Zusammenarbeit mit der Luftfahrtpolizei und der Hundeunterstützung.

Die Partnerschaft in einigen Zahlen:

  • Unterstützung Europäisches Gipfeltreffen: 1 003 St. 27 Min.
  • Unterstützung Open Gate: 320 St. 44 Min.
  • Unterstützung Gerichtliche Aktion: 275 St. 31 Min.
  • Unterstützung lokale PZ: 47 St. 35 Min.
  • Unterstützung Grenze: 138 St. 40 Min.
  • Unterstützung Einsatz LPA: 670 St. 25 Min.
  • Unterstützung Einsatz BAC: 14 St. 45 Min.
  • Unterstützung Werttransporte: 1 998 St. 19 Min.
Gute Partner am Nationalflughafen


Success story

Vorbereitung eines wichtigen Prozesses

Der Prozess zu den Brüsseler Anschlägen wird erst im Jahr 2022 stattfinden, dies im ehemaligen Gebäudekomplex der NATO, „Justicia“ umbenannt. Eine Generalprobe (Verfahrensregelung in der Ratskammer), die die Polizeizone Brüssel-Hauptstadt/Ixelles, die Direktion der Sicherung (DAB), die Direktion Schutz (DAP) und das Einsatzkorps (CIK) einbezog, wurde jedoch bereits Ende 2020 abgehalten. Eine Partnerschaft mit wichtigem Anliegen und erfolgreichem Ausgang.

Der Gold Commander, das bedeutet der Verantwortliche des Ordnungsdienstes, hat die Qualität der Direktion der Sicherung hervorgehoben und begrüßt: „Das Personal ist sehr professionell. Es ist auf dem Gelände sehr gut integriert und immer tadellos gekleidet. Sehr beeindruckend… Es führt eine bemerkenswerte Arbeit durch, sowohl was die Vorbereitung als auch die Durchführung betrifft“.

Diese Anerkennung bedeutet der noch sehr jungen Direktion sehr viel. Sie wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Sorgfalt und die Professionalität bei der Durchführung ihrer Aufgaben weiterhin die Maßstäbe setzen.

Vorbereitung eines wichtigen Prozesses


Unbefugtes Betreten der Gleisanlagen

Ein unbefugtes Betreten der Gleisanlagen ist verboten und sehr gefährlich.

2018 2019 2020
Von der Bahnpolizei erstellte Protokolle wegen "Trespassing" 137 226 96
Die Eisenbahnpolizei hat 96 Protokolle erstellt.
Von der Bahnpolizei erstellte Protokolle wegen "Trespassing"


Vermisste Personen

Im letzten Jahr wurde die Vermisstenstelle im Rahmen von 785 besorgniserregenden Vermisstenfällen kontaktiert. Im Vergleich zum vorangehenden Jahr ist dies ein Rückgang von 17%. Insgesamt wurden 745 Akten geschlossen (94,9%) und 658 Personen lebend wiedergefunden.

Zudem wurde die Stelle 48-mal infolge des Auffindens sterblicher Überreste oder nicht identifizierter Körper eingesetzt. In 28 Fällen konnte die Leiche identifiziert werden.

Rund 38 Suchaktionen wurden in einer Wasserumgebung durchgeführt. In diesem Rahmen wurden 106 ‘interessante’ Suchperimeter abgegrenzt und wurden 69 Fahrzeuge und 10 Körper von vermissten Personen aufgefunden.

Success story

Das Verschwinden eines 12 Jahre alten Jungens aufgeklärt dank einer intensiven Ermittlungsarbeit

Am 17. September 2020 verschwand Ilias Chahdi, ein zwölf Jahre alter Junge aus Mortsel, als er mit dem Fahrrad von der Schule nach Hause fuhr. Ilias konnte nach einer intensiven 77-stündigen Ermittlung gesund aufgefunden werden. Die Vermisstenstelle bündelte ihre Kräfte mit föderalen und lokalen Polizeikräften, sowie mit Child Focus.



Administrativer Ansatz zur Kriminalitätsbekämpfung

Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität wird neben dem reaktiven strafrechtlichen Ansatz ein proaktiver administrativer Ansatz verfolgt. Der administrative Ansatz als Konzept zielt darauf ab, die organisierte Kriminalität mit verwaltungsrechtlichen Maßnahmen zu bekämpfen, zusätzlich zu den traditionellen gerichtlichen, polizeilichen und finanziellen Maßnahmen.

Drei Informations- und Fachzentren (ARIEC Antwerpen, ARIEC Limburg und PAALCO Namur) haben aufgrund dieses Ansatzes verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht. Einige Realisierungen.


ARIEC Antwerpen – Sensibilisierung für kriminelle ‚Gönner‘ im Restaurantsektor

ARIEC Antwerpen hat ein Informationsblatt ausgearbeitet zu Gunsten der lokalen Behörden in Bezug auf die kriminellen ‘Gönner’, die versuchen, sich im lokalen Restaurantsektor niederzulassen. Durch die Gesundheitskrise ist dieser Sektor aufgrund von langen Schließungen, Restriktionen bei der (zeitweiligen) Wiedereröffnung, usw., nur noch anfälliger geworden. Die kriminellen ‚Gönner‘ wollen „helfen“ oder die in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen übernehmen. Dies in dem Ziel, Profit zu schlagen, eine verbesserte Kontrolle des lokalen Marktes zu erreichen...

ARIEC Antwerpen hat auch ein Plakat erstellt, das die lokalen Behörden an ihren eigenen Sektor weiterreichen können, um die Geschäftsinhaber zu informieren und ihnen zu zeigen, wie sie sich gegen dieses Phänomen schützen können. Ein lokaler Betreiber, der von kriminellen ‚Gönnern‘ angesprochen wird, weiß nicht immer, wie er sich verhalten soll und sieht manches Mal nicht die Gefahr eines „Unter-Die-Arme-Greifens“.


PAALCO Namur – Information- und Sensibilisierungssitzung über die Bekämpfung der Unterkunft-Ausbeuter

Am 28. September 2020 fand in Namur eine Informationssitzung statt zum Thema Studie der Unterkunft und menschliche Ausbeutung: die Unterkunft-Ausbeuter. Dies unter Beachtung der geltenden Gesundheitsregeln zu diesem Zeitpunkt. Dieser Studienvormittag, organisiert mit Unterstützung der Polizeizone Namur Hauptstadt, ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen der Föderalen Polizei und dem Gouverneur der Provinz Namur. Das Ereignis versammelte insgesamt über hundert Teilnehmer von Polizei, Staatsanwaltschaft, den Inspektionsdiensten, den Gemeinden, usw.

Die Teilnehmer erhielten die Gelegenheit, die Arbeit mehrerer Akteure und die Zusammenarbeitsmöglichkeiten zur integralen und integrierten Bekämpfung dieses Problems zu entdecken.

Im Anschluss an den Sensibilisierungstag erstellte und veröffentlichte PAALCO Namur eine Sensibilisierungsbroschüre mit Hinweisen zur Unterkunft-Ausbeutung.


ARIEC Limburg – Flex-Kontrollen gegen die Ausbeutung der Saisonarbeiter

2020 wurden acht „Flex-Kontrollen“ in Verbindung mit verschiedenen Sicherheitsphänomenen durchgeführt. Unter „Flex-Kontrolle“ versteht man eine Aktion in deren Rahmen gezielt nach Missbrauch in einem spezifischen Sektor gesucht wird: Geschäfte für Naturprodukte (Hanf), Autowaschanlagen (Autowäsche per Hand), Pizzalieferanten, Frisörsalons, Erntehelfer, Campingplätze, Imbissstuben… Diese Kontrollen führten zur Schließung eines Geschäftes für Naturprodukte und einer Autowaschanlage.

2020 erhielt die Problematik der Erntehelfer eine besondere Aufmerksamkeit. Es handelt sich um ein in Limburg stetig wachsendes Problem. Diese koordinierten Kontrollen wurden in Alken und Borgloon nach gewissen Meldungen in Bezug auf die schlechte Qualität und Sicherheit der Wohnanlagen durchgeführt. Nach den vor Ort durchgeführten Feststellungen (Explosions- und Stromschlaggefahr, Überbelegung, Gefahr einer CO-Vergiftung, usw.) mussten 47 rumänische Erntehelfer und 20 bulgarische Erntehelfer in andere Unterkünfte untergebracht werden (auf Kosten der Betreiber).