Migration, Menschen- und WarenschmuggelMigration, Menschen- und Warenschmuggel

  • Das Coronavirus, das unser Land und das übrige Europa seit März 2020 im Griff hält, hatte einen Einfluss auf die Kriminalität. Verschiedene kriminelle Phänomene verzeichneten im Laufe des Jahres einen starken Rückgang.
  • Eine umgekehrte Tendenz hingegen verzeichnete der Menschenhandel und -schmuggel. Die Ströme scheinen sich zu verlagern und man beobachtet einen verstärkten Rückgriff auf die Gewalt von Seiten der Händler.
  • Der Drogenhandel hat auch im Jahr 2020 weiterhin floriert.


Hauptkommissar Eric Snoeck

Den bedeutendsten Herausforderungen Rechnung tragen zu Gunsten der Sicherheit unserer Mitbürger


„Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr, da es seit dem Frühjahr durch eine Gesundheitskrise, die unsere Lebensgewohnheiten tiefgreifend veränderte, gezeichnet war.

Im Schatten der ‚ersteingreifenden’ Kollegen der Lokalen Polizei oder der Generaldirektion der Verwaltungspolizei, die sichtbar und der Situation ausgesetzt sind, haben die Mitglieder der Föderalen Kriminalpolizei alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Beständigkeit des Dienstes zu gewährleisten. Die Zahlen im vorliegenden Bericht stellen nur eine Teilübersicht der Tätigkeiten und der beeindruckenden Ergebnisse dar, die dank des Einsatzes aller Mitglieder der Föderalen Kriminalpolizei erreicht wurden.

In einer Gesellschaft, die in ihrer Funktion auf diese Weise eingeschränkt ist, können ebenso zwingende Anpassungen der Vorgehensweisen der organisierten Kriminalität beobachtet werden. Aus diesem Grund setzten wir rasch ein entsprechendes Monitoring ein, um diese Anpassungen besser zu erkennen und ihnen falls möglich vorzugreifen.

Es konnten im Milieu regelmäßig Spannungen erfasst werden. Zahlreiche Ermittlungen wiesen auf Tendenzen der Einschüchterung, auf Abrechnungen oder auch Entführungen hin.

Ferner wurde festgestellt, dass trotz der Verlangsamung des gesellschaftlichen Lebens der internationale Kokainhandel noch nie so florierte, dass die Menschenhändler ihre Tätigkeiten fortführten oder dass der Betrug jeglicher Art im Internet einen Aufschwung erlebte. Diese drei Bereiche sind leider nur einige Beispiele für die Agilität und die rasche Anpassungsfähigkeit des organisierten Verbrechens.

Um die Rolle der Triebfeder bei der Bekämpfung in unserem Land weiterhin auszuführen, muss die Föderale Kriminalpolizei ebenfalls ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen. Neben der Verwaltung der Einsätze nutzten wir das Jahr 2020 ebenso, um das Projekt DGJ3.0 weiterzuentwickeln. Über eine einfache Vision hinausgehend, stellt es ein kohärentes Paket an kurz- und mittelfristigen Aktionen dar, die unsere Aktivitäten erweitern und professionalisieren sollen, so dass die belgische Föderale Kriminalpolizei zu einem spezialisierten Bezugsdienst der Kriminalpolizei in Europa heranwachsen und den wichtigsten Herausforderungen, die die organisierte Kriminalität und der Terrorismus darstellen, zu Gunsten der Sicherheit unserer Mitbürger entgegentreten kann.“

Hauptkommissar Eric Snoeck
Generaldirektor der Föderalen Kriminalpolizei


Aufgreifen von illegalen Einwanderern

Die Polizeidienste greifen regelmäßig illegale Einwanderer in Belgien auf. Es handelt sich um Personen, von denen die Polizei im Rahmen einer Kontrolle vermutet, dass sie den Bedingungen, sich legal in Belgien aufzuhalten oder sich in Belgien zu bewegen, nicht entsprechen.

Das Ausländeramt bestimmt aufgrund mehrerer Kriterien, ob ein illegaler Einwanderer auch ein „Transmigrant“ ist.

Seit 2016 ist ein spezieller Dienst der Direktion der verwaltungspolizeilichen Einsätze (DAO/Migration) mit der Beobachtung dieses Phänomens beschäftigt.

Reisen

Die Einschränkungsmaßnahmen im Rahmen der Gesundheitskrise führten ohne Zweifel zu einem Rückgang der Anzahl Aufgreifungen. Während des ersten Lockdowns im März und im April sank die Zahl der Aufgreifungen rapide, nicht nur in Belgien sonder auch im übrigen Europa. Da die Reisebewegungen innerhalb der Europäischen Union (und sogar weltweit) eingeschränkt waren, waren die Migranten in den Ländern, durch die sie zu diesem Zeitpunkt reisten, gefangen.



Illegale Einwanderung – Beitrag der Luftfahrtpolizei (LPA)

Festnahmen im Rahmen des Menschenschmuggels
Festnahmen
Festnahmen
2018 2019 2020
Festnahmen im Rahmen des Menschenschmuggels 23 34 11


Abschiebungen

Aufgrund der reduzierten Anzahl von Flügen und der Reisebeschränkungen im Hinblick auf die Covid-19-Pandemie konnten einige Abschiebungen nicht stattfinden.

2018 2019 2020
Zurückweisungen* 2 399 2 377 848
Rückführungen** 3 509 3 119 1 615

* Zurückweisung: wenn eine Person sich ohne gültige Papiere an der Grenze meldet, darf sie die Grenze nicht überschreiten und muss in das Land, aus dem sie eingereist ist, 'zurückgewiesen' werden.

** Rückführung: wenn eine Person angetroffen wird, die sich illegal im Hoheitsgebiet aufhält, muss sie in ihr Herkunftsland oder in das Land, durch das sie zuletzt gekommen ist, 'rückgeführt' werden.



Illegale Einwanderung – Beitrag der Bahnpolizei (SPC) in Brüssel-Süd (Eurostar)

Aufgegriffene illegale Einwanderer
2018 2019 2020
Aufgegriffene illegale Einwanderer 186 130 102


Illegale Einwanderung – Beitrag der Schifffahrtspolizei (SPN)

2018 2019 2020
Von SPN aufgegriffene illegale Einwanderer (gewöhnliche Aktivitäten und gezielte Aktionen) 4 256 2 951 2 612
  • mithilfe des CO2-Detektors
901 573 3*
  • mithilfe der bei Einwanderungskontrollen eingesetzten Hunde
1 457 1 497 908**
Gerichtliche Festnahmen (vom Magistraten bestätigt) im Rahmen der illegalen Einwanderung (Menschenschmuggel und Transmigration) 3 15 3
Gezielte Aktionen 216 215 327

* Der Rückgang der Zahlen der Aufgriffe mit Hilfe des CO2-Detektors kann durch die Tatsache erklärt werden, dass die Aufgabe von einem privaten Sicherheitsunternehmen übernommen wurde.

** Der Rückgang der Zahlen der Aufgriffe mit Hilfe der Hunde kann durch die Tatsache erklärt werden, dass sich die Hundeunterstützung der Föderalen Polizei und die privaten Sicherheitsunternehmen derzeit diese Aufgabe teilen.

Illegale Einwanderung

Grenzschutz

Aufgrund der Maßnahmen zur Eingrenzung des Coronavirus, die einen deutlichen Rückgang der grenzüberschreitenden Reisen im Jahr 2020 zur Folge hatten, kann ebenso eine allgemeine Senkung der Zahlen für das vergangene Jahr beobachtet werden. Jedoch erhielten die Polizeidienste neue Aufträge, damit diese Maßnahmen eingehalten werden konnten (nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Teil „Die Integrierte Polizei und die Gesundheitskrise“). Die Polizeidienste an den Grenzen (insbesondere die Föderale Straßenpolizei, die Luftfahrtpolizei, die Bahnpolizei und die Schifffahrtspolizei) befassten sich insbesondere mit der Kontrolle des Verbots nicht essenzieller Reisen, der Verwendung des Formulars Passenger Locator Form (PLF), das für alle Personen, die in Belgien einreisen, verpflichtend ist, usw.

Grenzkontrollen durch die Luftfahrtpolizei (LPA) an den Flughäfen

Passagiere von außerhalb des Schengen-Raums werden einer Grenzkontrolle unterzogen. Wenn an der Grenzkontrollstelle oder ‚Box‘ ein Problem auftritt (z.B. Nichterfüllung der Einreisebedingungen, Ausschreibung, weitere Überprüfung eines Dokuments), dann wird der Passagier zur weiteren Kontrolle in die zweite Kontrolllinie verwiesen. Auf diese Weise wird der Passagierfluss an der Kontrollstelle nicht unterbrochen oder verzögert.

Erfüllt ein Passagier die Einreisebedingungen nicht, dann muss das Ausländeramt (AA) kontaktiert werden, welches eine Entscheidung trifft. Dies reicht von der Ausstellung eines Visums, eines Sonderpassierscheins... bis hin zu einer Verweigerung. Im letzteren Fall muss der Passagier zum Herkunftsflughafen zurückkehren.

Grenzkontrollen 2018 2019 2020
In der zweiten Kontrolllinie kontrollierte Fluggäste 39 185 41 939 16 820
Berichte an das Ausländeramt 7 054 7 560 3 795
Verweigerungen 2 940 3 026 1 132


Es wird eine Akte angelegt bei jeder Feststellung eines falschen, gefälschten, ausgeschriebenen oder betrügerisch verwendeten Dokumentes. Pro Akte können mehrere Dokumente beschlagnahmt werden (z.B. falscher Reisepass, falscher Führerschein, falscher Personalausweis...).

Falsche und gefälschte Ausweisdokumente 2018 2019 2020
Akten 3 648 3 645 1 280
Sichergestellte Dokumente 1 637 2 002 1 422
Imposter* 249 465 191
Falsche Dokumente** 620 863 561
Gefälschte Dokumente*** 768 667 276

* Ein Imposter verwendet ein authentisches und gültiges Dokument für betrügerische Zwecke (meist aufgrund seines Aussehens).
** Ein falsches Dokument ist vollständig nachgebildet.
*** Ein gefälschtes Dokument ist ein Originaldokument, an dem Änderungen vorgenommen wurden. Zum Beispiel ein Foto auf einem Personalausweis, ein Datum auf einem Visum, eine neue Ausweisseite in einem bestehenden Reisepass.



EU-Bürger, die in ein Nicht-Schengen-Land einreisen oder aus einem Nicht-Schengen-Land ausreisen, können am Brussels Airport ihre Identität an einer automatisierten Grenzkontrollstelle, E-Gate genannt, digital überprüfen lassen. Man zählt 24 E-Gates am Brüssler Flughafen.

E-Gates 2018 2019 2020
Kontrollen 3 142 108 3 047 019 470 639*

* Die E-Gates wurden weit weniger benutzt, da sie nicht zur Kontrolle des Formulars Passenger Locator Form (PLF) verwendet werden konnten. Das PLF-Formular ist eine Maßnahme, die das Risiko der Verbreitung des Coronavirus im Rahmen internationaler Reisen begrenzen soll.



success story

Corona-Maßnahmen: die Luftfahrtpolizei unterstreicht ihre Anpassungsfähigkeit bei der Verwaltung zusätzlicher Grenzkontrollen

Während der Covid-19-Pandemie, die jeden vor neue Herausforderungen stellte, stand die Luftfahrtpolizei (LPA) einem starken Rückgang der Anzahl Passagiere in den Flughäfen gegenüber. Die Grenzkontrollen als solche mussten neu definiert werden, vor allem aufgrund der Einführung des Formulars Passenger Locator Form (PLF), das für die Einreise ins Staatsgebiet notwendige Formular. Bei jeder Änderung der Reisebeschränkungen während der Gesundheitskrise konnte die LPA, innerhalb kürzester Zeit, die neuen, stets ändernden Regeln in die Praxis umsetzen. So wurden 100 % der Passagiere der Extra-Schengen-Flüge kontrolliert, um zu prüfen, ob sie alle ein gültiges PLF-Formular vorweisen konnten. In Bezug auf die Intra-Schengen-Flüge, in deren Rahmen gewöhnlich keine Kontrolle nötig ist, konnte LPA ungefähr die Hälfte der Passagiere zum PLF-Formular kontrollieren. Es wurden falls nötig Protokolle erstellt.



Kontrollen in den internationalen Zügen (Paris, Amsterdam...) durch die Bahnpolizei (SPC)

2018 2019 2020
Kontrollierte Züge 374 250 191
Protokolle 143 89 23
Gerichtliche Festnahmen 79 30 6
(Gerichtliche) Zurverfügungstellungen 4 2 1
Administrative Festnahmen 63 58 11


Eurostar

Grenzkontrollen durch die Schifffahrtspolizei (SPN) an Seehäfen

Grenzkontrollen 2018 2019 2020
Administrative Kontrollen von Besatzungsmitgliedern 634 178 651 341 487 850
Physische Kontrollen von Passagieren 457 111 522 617 86 263
Erteilte Einzelvisa 4 347 4 953 4 817
Entdeckte blinde Passagiere 28 71 116


success story

Internationale Zusammenarbeit auf den Binnengewässern

Am 13. und 14. Juni 2020 hat die Schifffahrtspolizei (SPN) auf den Wasserwegen in Limburg eine große Aktion zur Kontrolle der Freizeitboote organisiert. In Zusammenarbeit mit den Kollegen der niederländischen Polizei hat die SPN Patrouillen auf dem Grenzfluss Maas auf der Höhe von Kinrooi und Maaseik, sowie auf den Maasplassen Heerenlaak und Spaanjerd, wo sich die Grenze in der Mitte des Wassers befindet, durchgeführt. Eine besondere Vereinbarung gilt für den Grenzfluss Maas, da die geltende Regelung beide Länder betrifft. SPN verfügt zudem über Befugnisse zur Feststellung auf dem Staatsgebiet der Niederlande und ihre niederländischen Kollegen umgekehrt ebenso.

Die Einheiten der Schifffahrtspolizei und der niederländischen Polizei haben die vollständige Kontrolle von 41 Schiffen und die administrative Kontrolle (Screening) von 27 Schiffen durchgeführt. Sie haben 7 Protokolle erstellt, 8 Verwarnungen verfasst und sind einem Schiff in Seenot zu Hilfe geeilt.



Frontex

Bei den Frontex-Aufträgen handelt es sich um Kontrollaufträge (Identität, Dokumente, usw.) an den Außengrenzen der Europäischen Union.

Die untenstehende Tabelle zeigt den Beitrag zu den Frontex-Aufträgen (insbesondere zu den internationalen ‚Joint Operations‘), gemessen in Anzahl geleisteter Stunden.

Geleistete Stunden
Geleistete Stunden
Anzahl geleistete Stunden 2018 2019 2020
Bahnpolizei 575 1 175 204
Schifffahrtspolizei 5 031 5 955 1 566
Luftfahrtpolizei 8 505 10 967 4 827
Straßenpolizei 280 1 108 244
Direktion der verwaltungspolizeilichen Einsätze 2 027 1 886 349
Direktion der Sicherung* / / 202
Gesamtzahl 16 418 21 091
(+28%)
7 392
(+64,95%)
Dekonzentrierte Koordinations- und Unterstützungsdirektionen / / 556
Lokale Polizei / / 423
Direktion der kriminalpolizeilichen Einsätze / / 377
Föderale Kriminalpolizei / / 866

* Zählung ab dem Jahr 2020



Menschenhandel und Menschenschmuggel

Im Rahmen der Bekämpfung des Menschenschmuggels und -handels haben die Ermittlungsbeamten der Föderalen Kriminalpolizei (FKP) 202 461,46 Stunden geleistet, d.h. 7% der föderalen Ermittlungskapazität (insgesamt = 2 961 138,91  Stunden), was der Lage des vorangegangenen Jahres entspricht.

Anzahl der von der Föderalen Kriminalpolizei geöffneten Ermittlungsakten: 2019 2020
Menschenschmuggel 212 350
Sexuelle Ausbeutung 134 127
Wirtschaftliche Ausbeutung 48 60


Drogenhandel

Im Rahmen der Bekämpfung des Drogenhandels haben die Ermittlungsbeamten der Föderalen Kriminalpolizei letztes Jahr 521 722  Stunden geleistet, d.h. 17,6 %der Ermittlungskapazität. Im Jahr 2019 wurden rund 428 756  Stunden in diesem Rahmen geleistet, d.h. 15,9% der föderalen Ermittlungskapazität.

Das Hauptaugenmerk galt der Bekämpfung:

  • der professionellen und kommerziellen Herstellung von Cannabis;
  • der Herstellung und des Handels mit synthetischen Synthesedrogen, Vorprodukte einbegriffen;
  • des lokalen Marktes von Betäubungsmitteln;
  • des Importes und des Exports von Kokain.

Als Effizienzgarantie ist die internationale Polizeizusammenarbeit ein wichtiges Glied bei der Bekämpfung dieses Phänomens. Die Föderale Polizei ist in verschiedenen internationalen Foren eingebunden.


Success story

Versteckte Räume: eine gemeinsame Expertise bei der Bekämpfung des Drogenhandels

Der Austausch von Kenntnissen bildet einen Grundstein bei der Entwicklung einer gemeinsamen Expertise. Die dezentralisierten Direktionen der Föderalen Polizei erwerben das Fachwissen in einigen Bereichen, weil gewisse Phänomene in ihrem Bezirk mehr oder weniger präsent sind. Im Kampf gegen den Rauschgifthandel, ein wiederholt auftretendes Phänomen bei der KUD Antwerpen, wurde besonderes Fachwissen bei der Suche nach versteckten Räumen in Fahrzeugen entwickelt.

Diese Methode ermöglichte die Entdeckung von über vierzig Verstecken in Fahrzeugen. Immer noch unter dem Gesichtspunkt eines gegenseitigen Kenntnisaustausches wurde eine Sachverständigengruppe ‚versteckte Räume‘ unter der Leitung der Föderalen Kriminalpolizei und insbesondere der Direktion für die Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität (DJSOC) errichtet. Die Abteilung Fahrzeuge der Föderalen Polizei Antwerpen hat ihre Kenntnisse geteilt, wodurch unter anderem ein Ausbildungsmodul entstehen konnte.

Versteckte Räume: eine gemeinsame Expertise bei der Bekämpfung des Drogenhandels

Die Etoile-Aktionen gegen den Drogentourismus

Die Etoile-Aktionen sind eine Zusammenarbeit zwischen der Föderalen Polizei, der Lokalen Polizei und der Generalverwaltung Zoll und Akzisen mit Schwerpunkt Drogenhandel und insbesondere Drogentourismus in den Grenzregionen.

Im Jahr 2020 kontrollierten die Polizei und Zollbehörden in 3 Aktionszeiträumen 4 347 Personen und über 3 011 Fahrzeuge, sowie 34 Züge und 18 Reisebusse von Low-Cost-Unternehmen. Insgesamt wurden 52 Personen festgenommen, sowie 30 Waffen und eine Summe von 40 160 Euro beschlagnahmt.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurden zwei Aktionstage im Frühling 2020 abgesagt.

Die Etoile-Aktionen gegen den Drogentourismus
Im Rahmen der Etoile-Aktionen beschlagnahmten Drogen 2018 2019 2020
Marihuana 12,5 kg 39,5 kg 14 kg
Haschisch 8 kg 1 kg 1 kg
Heroin 5 kg 0,2 kg 3 kg
Kokain 2,5 kg 4,8 kg 11,4 kg
Amphetamin 1,5 kg 0,4 kg 0,15 kg
XTC 2 019 Pillen 1 168 Pillen 2 571 Pillen


Synthetische Drogen

Herstellung von synthetischen Drogen

Synthetische Drogen

Sicherstellung synthetischer Drogen im Jahr 2020:

  • Amphetamine: 16 Sicherstellungen für insgesamt 164 kg (+ 984,5 Liter Öl für die Herstellung von Amphetaminen)
  • XTC: 61 Sicherstellungen für insgesamt 348 549 Pillen
  • Ketamine: 31 Sicherstellungen für insgesamt 110 kg
  • MDMA: 1 Sicherstellung von 113 kg
  • Methamphetamine: 4 Sicherstellungen für insgesamt 4 kg

Haschischhandel

Im Rahmen von dreizehn Sicherstellungen wurden insgesamt 13 909 kg Haschisch gefunden. Bei einer einzigen dieser zahlreichen Operationen wurden nicht weniger als 11,5 Tonnen sichergestellt!

Kokainhandel

Die Seehäfen sind Knotenpunkte im Kokainhandel auf dem Seeweg von Südamerika nach Westeuropa. Die Föderale Polizei investiert zunehmend in die Bekämpfung des Kokainhandels durch die Zusammenarbeit mit den Polizeidiensten der Herkunfts- und Transitländer in Südamerika (Kolumbien, Brasilien...).

Menge des in den belgischen Seehäfen beschlagnahmten Kokains (kg) 2018 2019 2020
In Antwerpen 49 881 61 796 65 443
Nach Antwerpen 53 082 76 986 67 780
In Belgien, außer Antwerpen 2 928 1 877 2 451
Gesamt (kg) 105 892 140 660 135 675


Success story

Eine Rekordsicherstellung von Kokain dank einer limburgischen Ermittlung

Am 27. Oktober hat die Föderale Polizei am Hafen von Antwerpen eine Rekordmenge von 11,5 Tonnen Kokain in Schrottcontainern gefunden. Diese Sicherstellung geschah im Rahmen einer Ermittlung, die von der Föderalen Kriminalpolizei (FKP) Limburg geführt wurde.

Überwacht von der föderalen Staatsanwaltschaft konnte die Ermittlung einen umfassenden internationalen Kokainhandel über den Antwerpener Hafen aufdecken. Die Händler besassen Verbindungen sowohl zur legalen Welt (Exportbüro, Lager, Transportgesellschaften, usw.), als auch zu weiteren kriminellen Organisationen, die jede für sich einen Teil der Aktivitäten des Netzwerkes leiteten. 22 Personen wurden festgenommen und rund 3 Millionen Euro wurden sichergestellt.

Dank dieser Ermittlungen konnten die Polizei und die Justiz innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr rund 14 950 kg pures Kokain aus dem kriminellen Netzwerk herausziehen. Die Beträge, die auf dem Spiel stehen, sind enorm. Ausgehend davon, dass der Preis eines Kilos Kokain bei bis zu 30 000 Euro liegt, kann der Wert der Sicherstellungen auf 450 Millionen Euro geschätzt werden. Nach dem Verschnitt erreicht der Wert der Drogen rund das Doppelte.


Bekämpfung der Umweltkriminalität

Im April des vergangenen Jahres wurden die Abteilungen Umwelt und Hormone zusammengelegt und bildeten eine neue Dienststelle innerhalb der Direktion für die Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität (DJSOC).

Die Bildung dieses neuen Zentraldienstes mit dem Namen „Öffentliche Gesundheit und Umwelt“ stellt einen substanziellen Mehrwert für die DJSOC dar, die sich auf eine Reihe von spezifischen Kriminalphänomenen konzentrieren kann. Aufgrund der steigenden Sorgen der Bevölkerung für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit im Allgemeinen sowie der Anliegen im Rahmen der Nahrungsmittelsicherheit, musste eine angemessene Lösung gefunden werden, um die Effizienz und die Effektivität der Polizeiarbeit in diesem Bereich zu steigern.

Die Zusammenlegung der beiden „kleinen“ Abteilungen lag klar auf der Hand. Die beiden Einheiten besassen in der Tat dieselben Funktionen: Fachwissen, Image, Sammeln und Verwaltung gezielter Informationen, Ermittlungskoordination, Unterstützung der Einheiten auf dem Gelände und internationale Beteiligung. Diese Veränderungen fanden im Rahmen einer strukturierten und fachübergreifenden Zusammenarbeit mit den zuständigen externen Partnern statt (administrative Kontroll- und Überwachungsdienste auf föderaler und regionaler Ebene).

Die Bildung einer einheitlichen Kontaktstelle (sowohl innerhalb als auch außerhalb der Polizei) auf Ebene der Föderalen Kriminalpolizei, die den Kriminalitätsformen in Bezug auf die Sondervorschriften gewidmet ist, entspricht nicht nur eines Bedarfs – ferner in der Rahmennote der integralen Sicherheit formuliert – der verschiedenen externen Partner, sondern lässt deutlich die Position der Föderalen Polizei in Bezug auf diese sensible Materie für die Bevölkerung erkennen (z.B.: schwere Formen der Nahrungsmittelkriminalität, wie die Fipronil Affäre).
Zudem stellen der Erwerb von Fachwissen und die besonderen Kenntnisse innerhalb eines Zentraldienstes einen Mehrwert dar, der sich ausdrückt in Begriffen der Einheitlichkeit des Vorgehens gegen die betroffenen Phänomene und der Effizienz der Ressourcen, die eingesetzt werden können.

Die Schaffung dieser neuen Dienststelle ist für die Föderale Polizei ein deutliches Zeichen nicht nur in Richtung der Bevölkerung sondern auch der anderen (lokalen) Polizeidienste und externen Partner. Die Föderale Polizei gewährleistet ausnahmslos ihre Rolle in Bezug auf die strafrechtliche Annäherung der schweren Kriminalitätsformen im Bereich der öffentlichen Sicherheit und der Umwelt.

Die neue Dienststelle ist anhand ihres Emblems und ihrer englischen Abkürzung „FUPHEC“ zu erkennen, die „Federal Unit Public Health and Environmental Crime“ bedeutet.

illegaler Handel mit Abfällen