Die IKT im Zentrum des Handelns und des Managements Die IKT im Zentrum des Handelns und des Managements

  • Die Integrierte Polizei verzeichnet beim digitalen Wandel Fortschritte. Stets werden neue digitale Technologien in den Bereichen ihrer Aktivitäten eingeführt.
  • Eine Priorität ist die Vereinfachung der Polizeiarbeit, zwecks Verbesserung ihrer Effektivität im Alltag.
  • Die neuen digitalen Werkzeuge bieten die Möglichkeit, die richtige Information, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu erhalten und die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch mit den Partnern zu verbessern.


Digitale Transformation: auf dem Weg zu i-Police

Die digitale Transformation stützt sich auf zwei Säulen:

  • die tatsächliche Modernisierung der Polizeisysteme, die fünf Jahre in Anspruch nehmen wird (i-Police);
  • eine Reihe von schnelleren Aktionen, in Erwartung des großen Wandels.
i-Police

i-Police ist ein strategisches Projekt mit dem Hauptziel, die IT-Architektur der Integrierten Polizei (Server-Infrastruktur, polizeispezifische Anwendungen, usw.) vollständig zu erneuern, damit sie den aktuellen und vor allem zukünftigen IT-Bedürfnissen gerecht werden kann. Die IT-Infrastruktur der Polizei soll auf diese Weise den jüngsten und vor allem zukünftigen IT-Bedürfnissen entsprechen. Die zukünftigen intelligenten Systeme werden die Speerspitze für eine Intelligence Led Policing bilden . Daher das ‘i’ in i-Police.

Ende 2019 erhielt die Föderale Polizei die Preisangebote der ausgewählten Bewerber. Im Januar 2020 wurde schließlich die Begutachtung der Preisangebote durchgeführt. Diese geschah durch verschiedene Analyseeinheiten (mit Mitgliedern der Lokalen Polizei, der Föderalen Polizei und der Technikexperten) mit Unterstützung der Direktion der polizeilichen Information und der IKT-Mittel (DRI) und der Dienststelle Ankauf.

Die Analyse ergab, dass die Angebote nicht deutlich genug waren in Bezug auf eine Anzahl wesentlicher Elemente des Lastenheftes. Dies führte zu einer Wiederaufnahme der Gespräche mit den Bewerbern im November 2020.

Success Story

Smart Policing Hackathon: die Innovation zu Diensten der Polizei

Die Integrierte Polizei feierte eine Premiere: den Smart Policing Hackathon. Er wurde in Zusammenarbeit mit dem Vias Institut und EY organisiert und führte zu einem Anstieg der intelligenten Innovationen bei der Polizei. Mehrere Dienststellen des Generalkommissariats der Föderalen Polizei waren eng in die Organisation dieses Ereignisses involviert.

Gesellschaft und Kriminalität sind einem steten Wandel unterworfen. Zur effizienten Bekämpfung der kleinen und großen Kriminalität sowie der schädigenden Kriminalität muss die Polizei ständig in Alarmbereitschaft sein. Und wie kann die Polizei als Organisation innovieren, um auf dem Arbeitsmarkt zu einem attraktiven Arbeitgeber zu werden? Die Beantwortung dieser Fragen war die Kernaufgabe des Smart Policing Hackathon.

Die Idee eines Hackathon (die Zusammenführung von „Hacking“ und „Marathon“) liegt darin, in Anbetracht einer Challenge ohne Unterbrechung und während einer relativ kurzen Zeit innerhalb von verschiedenen kleinen fachübergreifenden Einheiten innovative und kreative Lösungen zu finden (dies stellt den Teil „Hacking“ dar). Jede Einheit besteht aus Personen aus der Geschäfts- und akademischen Welt (Studenten, Lehrkräfte...) und wurde von den Personalmitgliedern der Integrierten Polizei begleitet und gecoacht.

30 Stunden lang hatten 200 „Hacker“, verteilt auf 43 Einheiten, die Möglichkeit, sich während des Online-Hackathon auszutauschen, in dem Ziel, innovative Ideen in praktische Lösungen zu verwandeln, die für die Polizeibeamten und für die Bevölkerung einen Unterschied darstellen können.

Der Smart Policing Hackathon wurde am 11. Dezember mit der Verkündung der Preisträger, unter ihnen bekannte Unternehmen und Start-ups mit spezifischem Fachwissen, sowie junge, motivierte Studenten mit Innovationsbegabung, die dank dieser Erfahrung Zugang erhielten zur Polizei, beendet. Die Lösungen der Preisträger werden nun näher analysiert und ihre Umsetzung innerhalb der Polizeiorganisation geprüft. Die Informationstechnologien erhalten in diesem Sinne einen bevorzugten Stellenwert.

Sie finden alle Informationen zum Smart Policing Hackathon auf https://police-hackathon.be.

Smart Policing Hackathon
Erster Hauptkommissar Marc De Mesmaeker

Dies war nicht der Abschluss des Abenteuers. Im Gegenteil!


„Der Hackathon war nicht der Abschluss des Abenteuers. Im Gegenteil. Diese Dynamik und das starke Netzwerk, die während des Hackathon entstanden, müssen aufrecht erhalten werden. Im Jahr 2021 wird es eine Fortsetzung geben und es wird ein Büro Innovation beim Generalkommissariat der Föderalen Polizei geben. Der Smart Policing Hackathon hat nicht nur die Zusammenarbeit mit externen Partnern angeregt, sondern auch zwischen den Dienststellen der Lokalen Polizei und der Föderalen Polizei.“

Erster Polizeihauptkommissar Marc De Mesmaeker
Generalkommissar der Föderalen Polizei


FOCUS@GPI


Die Anwendung FOCUS@GPI ermöglicht die Ausführung verschiedener Funktionen auf dem Gelände, beispielsweise die Konsultierung des Nationalregisters oder der Allgemeinen Nationalen Datenbank (AND), die Fahrzeugregistrierung, die Überwachung von 101-Zwischenfällen, der Zugang zum Briefing, die Erfassung einer Zuwiderhandlung…

Das Jahr 2019 war die Geburtsstunde von FOCUS@GPI. Es konnte bestätigt werden, dank des Feedbacks von 68 aktivierten Einheiten, dass die Anwendung dem Bedarf der Einheiten auf dem Gelände entspricht.

Im Jahr 2020 konnte die Föderale Polizei die Anwendung auf andere Einheiten der Integrierten Polizei ausweiten. Ende des Jahres waren 252 Einheiten ausgestattet, davon 185 Zonen der Lokalen Polizei, 40 Föderale Einheiten, die 13 Kommunikations- und Informationsdienste des Bezirks (SICAD), 5 Standorte der Nationalen Polizeiakademie (ANPA) und 9 Schulen der Provinzen.

Eine Anwendung wie FOCUS lässt ab dem Zeitpunkt ihrer ersten Nutzung einen neuen Bedarf entstehen. Diese neuen Anträge werden von der Direktion der polizeilichen Information und der IKT (DRI) und der Partner der Föderalen Polizei und der Lokalen Polizei, die in diesem Projekt einbezogen sind, zusammengefasst, analysiert und schließlich in Prioritäten gesetzt, um diese später umzusetzen. In diesem Rahmen entstand im Jahr 2020 die Möglichkeit einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den Einheiten durch den Austausch von Zwischenfällen.

Focus

Success Story

Loblieder für FOCUS@GPI

Am 22. September wurde die Polizeizone Ans/St-Nicolas mit FOCUS@GPI ausgestattet. Fast zwei Monate später veröffentlichten die Verantwortlichen über Facebook einen Artikel, der mit Lobliedern überschüttet wurde. Dieser verdeutlicht die einfache Handhabung dieses Werkzeugs und zeigt die Vorteile seiner Anwendung auf.

Dank Focus sparen die Polizeibeamten Zeit und sind auf dem Gelände präsenter. Zudem erleichtert die Anwendung das Erstellen gewisser Protokolle und anderer kommunaler Verwaltungssanktionen, ohne ins Büro zurückkehren zu müssen. […] Die Polizeibeamten schätzen dieses Werkzeug, das eine neue Ära der Polizeiarbeit einleitet und eine erhebliche Zeitersparnis bedeutet!

Focus

Suche und Verwaltung mit GES, MIS und GALOP Lite


Ein Mehrwert für die Verwaltung der Ermittlungen

Mit fast denselben Grundsätzen wie die Suchmaschine Google ermöglicht das Tool Police Search - GES die Befragung der für jeden Benutzer zugänglichen Register innerhalb der Anwendung Verwaltung der Ermittlungen (GES). GES ist eine Anwendung, mit der die Polizeiermittler ihre Ermittlungen vom Anfang bis zum Ende verwalten und verfolgen können. Seit Dezember 2019 zielen die über Police Search - GES durchgeführten Suchaktionen sowohl auf strukturierte Daten (Personen, Firmen, Dokumente, usw.) als auch auf unstrukturierte Daten ab (Dateien im PDF-, Word-Format, usw.).

Im Jahr 2019 ist das System der lokalen Ebene zugänglich gemacht worden. GES ist im Dezember 2020 nicht nur bei der Gesamtheit der Föderalen Kriminalpolizei (FKP) und den Zentraldirektionen der Generaldirektion der Gerichtspolizei (DGJ), sondern auch bei 142 Polizeizonen, sowie bei der Schifffahrtspolizei (SPN) eingeführt worden.

Ende 2020 wurde eine Anwendung eingeführt, die es ermöglicht, auf der Grundlage eines standardisierten Antrags eines Magistraten, direkt die Allgemeine Nationale Datenbank zu befragen. Diese Funktion bestand bereits in GES seit Juli 2020. Die BNBB-Anwendung (zweisprachige Abkürzung von ‘Banque nationale de Belgique/Nationale Bank van België’) wurde zu Gunsten der Mitglieder der Lokalen Polizei eingerichtet, die GES nicht verwenden.



Wandel des Management Information Systems

In den letzten Jahren hat das Management Information System (MIS) einen tiefgreifenden technischen Wandel durchlaufen. Die Verfügbarmachung der Anwendung für Endbenutzer war der Epilog. So können seit November 2019 Polizeizonen und Einheiten in den Bezirken über das MIS auf ihre eigenen Kriminaldaten zugreifen. 

Im Jahr 2020 lag der Schwerpunkt bei der Einführung eines Instrumentenbretts zwecks Erhalts einer aktualisierten Übersicht über die Personalkräfte für alle Direktoren der Föderalen Polizei.  Dadurch können auf visuelle Weise die Schlüsselzahlen in Bezug auf die Personalmitglieder, für die ein Leiter verantwortlich ist, veranschaulicht werden.

Ferner verfügt die Direktion Personal der Föderalen Polizei (DRP) nunmehr über ihr eigenes MID-Werkzeug, um auf Kapazitätsfragen sowie auf parlamentarische Fragen antworten zu können.  Es ermöglicht das Erstellen personalisierter Berichte.  Es handelt sich um einen bedeutenden Schritt bei der Standardisierung und Angleichung der Zahlen in Bezug auf die Kapazität.



Mittel für mehr Sicherheit an den Grenzen


Belvis

Die Anwendung Belvis (BELgian Visa Information System) dient der Kontrolle der Visen im C-VIS (Central Visa Information System), zwecks Bekämpfung derartiger Missbräuche. Die Suchmöglichkeiten sind ausgeweitet worden. Über Belvis ist das Schengener Informationssystem (SIS) nun mit der Datenbank für Fingerabdrücke (AFIS) verknüpft. Damit können Fingerabdrücke, die im Rahmen der Kontrollen der Visuminhaber abgenommen werden, in das SIS aufgenommen werden.

Die über Belvis durchgeführten Kontrollen ergänzen die Kontrollen, die in der Allgemeinen Nationalen Datenbank (AND), im Schengen Information System (SIS) und in den Interpol-Datenbanken ASF Nominals und SLTD (Stolen and Lost Travel Document) von Interpol durchgeführt werden.

  2019 2020*
Zahl der Nutzer 510 510
Zahl der Kontrollen 164 366 31 636
Zahl der Fingerabdruckkontrollen, über Belvis im AFIS durchgeführt 118 465 6 294

*Aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus wurden im Jahr 2020 bedeutende Beschränkungen im Bereich der internationalen Reisen eingeführt, was zu einem Rückgang der grenzüberschreitenden Reisen und demnach der Kontrollen führte.




Raavis, die elektronische Verbindung zum Ausländeramt

Die Anwendung Raavis (Rapport Administratif – Administratief Verslag Informatie Systeem) ermöglicht es den Polizeibeamten, das Ausländeramt direkt bezüglich der Entscheidung zu kontaktieren, die nach dem Abfangen eines Ausländers, der nicht über die erforderlichen Aufenthaltsgenehmigungen verfügt, auf dem Territorium oder an der Grenze zu treffen ist.

  • Zahl der Nutzer: 5 000
  • Zahl der erstellten Berichte: 21 264 (gegenüber 28 826 im Jahr 2019)

Aquatask und Aerotask

Aquatask und Aerotask sind Anwendungen, die jeweils von der Schifffahrtspolizei (SPN) und der Luftfahrtpolizei (LPA) für die administrative Kontrolle des gesamten Schiffs- und Luftverkehrs über die Schengen-Außengrenzen benutzt werden. Diese Anwendungen werden 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche eingesetzt und ermöglichen die Kontrolle von Besatzungen und Passagieren in der Allgemeinen Nationalen Datenbank, im SIS und in den Datenbanken von Interpol.

Aerotask ist erst seit dem 21. September 2019 in Gebrauch. Die Kontrollen geschehen auf der Grundlage von General Declarations, für nicht kommerzielle Flüge.

  • Zahl der Aquatask-Nutzer: 296
  • Zahl der Kontrollen von Passagieren und Besatzungsmitgliedern in Aquatask: 565 722*
  • Zahl der Kontrollen von GenDec in Aerotask: 1 925

* Es handelt sich hier ausschließlich um die Zahl der Verwaltungskontrollen der Passagiere und Besatzungsmitglieder. Die Zahl umfasst die Kontrollen von einzelnen Personen, die auf den aktiven Passagierlisten eines Aufenthalts stehen, sowohl bei Ankunft, als auch bei Abreise.

Der große Unterschied im Vergleich zu 2019 (3 559 616) erklärt sich durch die Einstellung der Fährentätigkeiten Zeebrügge-Hull und das Verbot von Kreuzfahrtreisen seit März 2020. Ein Kreuzfahrtschiff erfordert 8 000 bis 10 000 Kontrollen pro Besuchstag.

Success Story

Die Luftfahrtpolizei leistet einen Beitrag zur Erstellung eines europäischen Handbuchs zur allgemeinen Luftfahrt

Die Pompidou-Gruppe (Kooperationsgruppe zur Bekämpfung des Missbrauchs und des illegalen Handels von Rauschgift – zwischenstaatliches Organ des Europarats) zur Bekämpfung des Konsums und des Handels von Betäubungsmitteln stellt seit Jahren fest, dass die General Aviation* Dreh- und Angelpunkt in diesem Bereich war.  Um die ersteingreifenden feststellenden Beamten der Mitgliedstaaten bei ihren Kontrollen zu unterstützen, suchten sie nach Sachverständigen im Bereich der allgemeinen Luftfahrt.  Die Kollegen von Ostende und von Wevelgem, die in diesem Bereich bewandt sind, haben in Zusammenarbeit mit den Kollegen der niederländischen Luftfahrtpolizei, des deutschen Bundeskriminalamts, der Gendarmerie des französischen Lufttransports, der englischen National Crime Agency und des UK Border office zur Erstellung des europäischen Handbuchs der allgemeinen Luftfahrt beigetragen.

* General Aviation (GA) ist der Sammelname für die allgemeine Zivilluftfahrt, Geschäftsflüge, private Charterluftfahrt sowie Tourismusluftfahrt, Aus- und Weiterbildung.

>Die Luftfahrtpolizei leistet einen Beitrag zur Erstellung eines europäischen Handbuchs zur allgemeinen Luftfahrt


Innovation und Lokalisierung

Vielfältige Verwendung des Lokalisierungssystems

Der FÖD Inneres benutzt zwei Produkte der Polizei: ‚Carte‘ und ‚Geolister‘.

  • Carte verleiht den Bürgern die Möglichkeit, den Standort ihrer privaten Videoüberwachungskamera(s) besser anzugeben. Falls beispielsweise eine Hausnummer nicht gefunden wird, kann der Bürger den Punkt selbst auf der Karte versetzen. So erhalten die gerichtspolizeilichen Dienststellen Kenntnis der gespeicherten Bilder und können diese im Falle einer gerichtlichen Ermittlung beantragen.
  • Geolister ist ein Dienst, der bei der Eingabe einer Adresse auf einer Internetseite www.declarationcamera.be vorschlägt, die Suche anhand einer Reihe von Vorschlägen zu leiten. Dies senkt die Zahl der ‚nicht gefundenen‘ Adressen bedeutend.

Zudem verwendet GALoP, das Werkzeug der Personalverwaltung, die Messung des geografischen Abstands im Verfahren zur Berechnung der Fahrtkosten des Personals. Diese Funktion automatisiert das Verfahren und senkt die Bearbeitungszeit deutlich.



Nationales ANPR Kamerasystem

Innerhalb dieses Kamerasystems sind alle ANPR-Kameras (Automatic Number Plate Recognition, oder Automatische Nummernschilderkennung) mit einem zentralen Verwaltungssystem verbunden, womit die Polizei bei Durchfahrt von Kriminellen (auf Grundlage eines gemeldeten Nummernschilds) schnell reagieren kann. Das ANPR-Netzwerk enthält ebenfalls Radarabschnitte. 

Die Entwicklung des ANPR-Kamerasystems wurde im vergangenen Jahr fortgesetzt. Im Jahr 2020 wurden 3 938 Kameras in das nationale ANPR-Netzwerk aufgenommen.

  • Mit dem heutigen einsatzfähigen System bereits verbunden: 1 549 Kameras.

Mitte Oktober 2020 wurde eine technische Etappe erreicht.  Die Datenbank AMS (ANPR Managed Services), die bis dahin in einem Testumfeld funktionierte, migrierte zu einem technischen, operativen, definierten Umfeld von rund 1 000 Kameras und einer Gruppe von definierten Nutzern bei der Polizei von rund 250 Personen.  Diese Phase war als Test unter realen Systembedingungen gedacht, da die Datenbank bisher nur unter „Laborbedingungen“ entwickelt und getestet wurde.

Die Zahl der Säulen stieg ebenfalls. Im Jahr 2020 wurden 88 Säulen gebaut, um darauf 440 Kameras, davon 220 ANPR-Kameras, zu befestigen.

Vom technischen Standpunkt aus war diese Phase sicherlich wichtig, da geprüft werden konnte, ob das System einsatzbereit und ausreichend stabil war.  Zeitgleich konnten wertvolle statistische Daten gesammelt werden, die für die weitere Umsetzung und die Ausweitung der Anzahl Kameras und der polizeilichen Nutzer benötigt wurden.

ANPR

Digitale Zusammenarbeit mit der Justiz: Fokus auf vier Errungenschaften


CROSS BORDER EXCHANGE und ein zentraler Datencontainer für die Überwachung der Protokolle

Cross Border Exchange (CBE) ist ein Modul, das in die polizeilichen Anwendungen integriert ist, wodurch alle durch die Integrierte Polizei festgestellten sofortigen Erhebungen (PI), zu Lasten der belgischen oder europäischen Einwohner, über einen elektronischen Fluss an die Justiz weitergeleitet werden. Letztere ist anschließend mit dem Ausdruck und dem Versand der sofortigen Erhebungen sowie mit der Überwachung ihrer Zahlung beauftragt.

Im Rahmen von Cross Border Exchange hat die Föderale Polizei 2020 in Zusammenarbeit mit der Justiz eine Reihe von Projekten durchgeführt, wie die Verbesserung des Systems zur Einnahme der Verkehrsgeldbußen durch die Einführung eines leistungsfähigen Systems, eine Erhöhung der Zahl der Kameras, der Straßenkontrollen und die Entwicklung der digitalen Unterzeichnung und des digitalen Siegels (MultiFactor Authentication (MFA) und neues Zertifikat).

Die ISLP-Anwendung (Integrated System for Local Police), von der Föderalen Polizei bereitgestellt, ermöglicht unter anderem das Erstellen und die Speicherung von Protokollen (Pk).

Anzahl 2019* 2020
Erstellte Protokolle 6 300 000 5 801 781
Protokolle in die AND-Kriminalpolizei aufgenommen 2 160 000 2 190 253
Sofortige Erhebung 2 270 000 2 088 910
Registrierte Informationen 5 500 000 4 995 666
Erstellte Dokumente 13 260 000 11 745 608
Erfasste Vernehmungen 1 450 000 1 228 335
Registrierte physische Personen / ** 24 935 159

* Aus technischen Gründen wurden die Zahlen von 2019 aufgerundet.

** Zahl nicht verfügbar.

Sofortige Erhebung

PacOs: Einführung von Barcodes zwecks verbesserter Verfolgung der Beweisstücke von Polizei und Justiz

PacOs ist die Anwendung zur digitalen Verwaltung der Beweisstücke anhand von Strichcodes. Nach dem Validierungsverfahren bei den Pilotdienststellen im Laufe des Jahres 2019 wurde im Jahr 2020 die operative Implementierung durchgeführt. Dies geschah pro Bezirk an den Standorten der Polizei und der Justiz. Ende 2020 bedeckte PacOs 55 % des Landesgebiets.

Ein paar Daten bezüglich PacOs:

2019 2020
Nutzer von PacOs (gesamt) 2 287 31 948
  • Bei der Integrierten Polizei
2 220 31 666
  • bei der Justiz*
67 282
Gerichtliche Sicherstellungen 1 565 53 440
Sichergestellte Beweisstücke (gesamt) 6 445 50 802
  • Bei der Integrierten Polizei
2 953 18 043
  • Bei der Justiz
3 492 32 759

* Bei den Gerichten Erster Instanz, dem zentralen Organ für Sicherstellung und Einziehung, dem Landesinstitut für Kriminalistik und Kriminologie.



AND/CROSS: Für eine bessere Weiterverfolgung der Ausschreibungen

Die Föderale Polizei hat die erste Version der AND/CROSS-Anwendung am 22. November 2019 eingeführt. Mit dieser können Fahndungsmeldungen und Fahndungsabmeldungen in die Allgemeine Nationale Datenbank bezüglich „Personen“ im gerichtspolizeilichen Bereich durchgeführt werden. Die Anwendung ist auch mit I+Belgium verbunden, womit die Staatsanwaltschaften die bedingten Freilassungen direkt in die Allgemeine Nationale Datenbank (AND) einspeichern können.

Diese erste Version wurde durch die Möglichkeit erweitert, die Alias und die Ausschreibungen von Personen, die von CROSS erstellt wurden, zu verwalten.

Man versteht unter:

  • Alias: jede falsche Identität, die von den „Tätern“ benutzt wird. Es handelt sich nicht um einen Spitznamen;
  • Ausschreibung: die Speicherung in die AND der Person, über die Verwendung einer zu ergreifenden Maßnahme.

In Zukunft wird AND/CROSS auf die Einheiten „Gegenstände“ und „Transportmittel“ ausgedehnt.

Ferner wurde im Rahmen der Verwaltung der Zuwiderhandlungen in Bezug auf Covid-19 eine spezifische Version (CROSS COVID) erstellt. Diese Anwendung ermöglicht in der Tat die Ausschreibung und die sofortige Erhebung bei Covid-Zuwiderhandlungen seit der ersten Lockdown-Phase (April 2020).



Mercurius, für eine vereinfachte Konsultierung des Entzugs der Fahrerlaubnisse

Mercurius ist die Gesamtheit der Anwendungen, die die Ereignisse zum Führerschein aufzeigen. Dieses Projekt kennt einen steten Wandel und ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem FÖD Justiz, dem FÖD Mobilität und Transport, dem FÖD Strategie und Unterstützung (BOSA) und der Kommunikation, den Prüfzentren, den Gemeinden und der Integrierten Polizei.

Die Partner haben im Verlauf des Monats Juni 2020 ein neues digitales Portal für Mercurius erstellt, wodurch die Polizeibeamten sofort die Fahrverbote, die ein Richter veranlasst hat, sowie das „Statut“ des Führerscheins einsehen. Dieses Portal sichert einen direkten Zugang zu diesen Informationen in der Datenbank der Justiz.

Während der ersten drei Monate nach der Einführung von Mercurius haben 197 Einheiten der Polizei das digitale Portal genutzt. Es wurden täglich durchschnittlich 689 Suchen durchgeführt. 16,5% der kontrollierten Fahrer waren im Rahmen eines Entzugs der Fahrerlaubnis bekannt.



Erneuerung der Infrastruktur des Datenzentrums

Im Juni 2020 wurde im Bereich der Informationsverwaltung innerhalb der Integrierten Polizei eine wichtige Hürde genommen.

Alle wichtigen Zentralserver und Diskettensysteme wurden vom 45 Jahre alten Datenzentrum zu einem völlig neuen und gesicherten Datenzentrum mit klassischen und spezialisierten Servern übertragen, die alle besondere Anforderungen zwecks Kühlung und Stromverbrauch aufweisen. Der Umzug konnte planmäßig und unter Einhaltung des bewilligten Haushalts durchgeführt werden.

Ende Juni war das neue Datenzentrum vollständig einsatzfähig und bereit, die rund um die Uhr mit der Überwachung des Zentrums beauftragten Operatoren zu empfangen.



Das Datenzentrum in Zahlen

  • Insgesamt wurden 177 Geräte transportiert.
  • Dutzende Kilometer Kabel (Kupfer und Glasfaser) gewährleisten die Verbindung zwischen der gesamten Computerausrüstung.
  • Zwölf große Kühlgeräte kühlen alle Geräte.
  • Die vollständig automatisierte Brandschutzanlage ist mit 38 Gasflaschen zur Brandbekämpfung von 1m70 ausgestattet, gefüllt mit Aragonit (zu 300 Bar).
Photo by Jordan Harrison on Unsplash